TEILZEITNUTZUNGSRECHT (TIMESHARE)

Timeshare-Verträge geben Ihnen das Recht auf eine Ferienwohnung während mindestens drei Jahren und für einen bestimmten Jahreszeitraum. In den meisten Fällen ist die Wohnung eine Ferienwohnung, ein Hotelzimmer oder ein Zimmer auf einem Kreuzfahrtschiff. Während der restlichen Zeit des Jahres benutzen andere Touristen diese Wohnung.

Die Holiday Clubs bieten ähnliche Verträge an, nur dass deren Dauer 36 Monate unterschreitet. Der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Arten von Verträgen besteht hinsichtlich Ihres Rechtsschutzes. Die Verträge, die 36 Monate unterschreiten und keine feste Urlaubswoche beinhalten, sind nicht von der EU-Richtlinie 94/47/EG vom 26. Oktober 1994 betroffen, die Timeshare-Verträge regelt. Solche Verträge geben Ihnen kein Rücktrittsrecht.

Verkaufsmethoden

Selbstverständlich gibt es auf dem Timeshare-Gebiet seriöse Anbieter, viele Verkäufer werden jedoch wegen ihrer irreführenden und aggressiven Verkaufsmethoden angeprangert.

In vielen Fällen ist die Vorgehensweise dieselbe: Touristen (vorzugsweise verheiratete Nordeuropäer fortgeschrittenen Alters) werden auf ihrem Urlaubsort angesprochen, um sie zur Teilnahme an einer Lotterie zu bewegen. Natürlich gewinnen sie das groβe Los.

Als glückliche Gewinner werden sie dann zu einem Empfang in einem gehobenen Hotelkomplex eingeladen, wo für mehrere Stunden Druck auf sie ausgeübt wird, damit sie einen Timeshare-Vertrag unterzeichnen.

Die Methoden sind so überzeugend, dass nur wenige Touristen die physische und moralische Kraft aufbringen, dem Druck zu widerstehen.

Umtausch und Weiterverkauf

Die Nebenkosten einer Timeshare-Wohnung und die manchmal enttäuschende Servicequalität führen viele Timeshare-Nutzer dazu, ihren Vertrag umzutauschen oder weiterzuverkaufen.

Auch hier ist es wichtig, vorsichtig zu sein, denn es besteht kein Markt für den Weiterverkauf von Timeshare-Verträgen und nur sehr wenige Möglichkeiten, diese umzutauschen. Leider gibt es auch hier skrupellose Firmen, die Inhaber von Timeshare-Verträgen direkt kontaktieren und ihnen die Chancen auf den Weiterverkauf ihrer Verträge anpreisen. Natürlich müssen die Wiederverkäufer Gebühren bezahlen, bevor ihre Akte übernommen werden kann. Meistens flieβen die Gebühren in die Taschen der Firmen, die den Timeshare-Vertrag nicht weiterverkaufen, da es keine Käufer gibt!

Neue Richtlinie

Die zahlreichen neuen Praktiken der Timeshare-Anbieter, die die geltenden Vorschriften umgehen, haben eine Überarbeitung der europäischen Richtlinie 94/47/EG zum “Schutz der Erwerber von Teilzeitnutzungsrechten an Immobilien” notwendig gemacht. Eine neueRichtlinie 2008/122/EG wurde beschlossen, die bis zum 23. Februar 2011 in das nationale Recht der Mitgliedstaaten der Europäischen Union umgesetzt werden muss.

Zu diesem Thema haben wir haben das Merkblatt „Neue Rechte beim Timesharing“ verfasst.