Täglich wird gezielte Werbung in den Sozialen Netzwerken verbreitet, die Verbraucher mit angeblich günstigen Angeboten locken soll. Facebook, YouTube und andere soziale Medien sind schnelle, effektive Mittel, um mit “unwiderstehlichen” Deals zu werben. Jedoch nutzen einige Unternehmen dies aus, um an Geld oder vertrauliche Informationen zu gelangen.

In der gesamten EU sowie in Norwegen und Island bietet das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (European Consumer Centres Network, kurz ECC-Net) Unterstützung für Verbraucher, die auf Betrugsmaschen von skrupellosen Unternehmen in den sozialen Netzwerken hereingefallen sind.

Laut einer aktuellen Studie der Europäischen Kommission wurden 56 Prozent der EU-Verbraucher in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Betrugsfällen. Die meist genutzte Art von Betrugsmaschen, die in den sozialen Medien zu finden sind, ist der sogenannte „Kaufbetrug“. Dabei werden Verbraucher in Abo-Fallen gelockt oder zum Kauf von Produkten verleitet, die gefälscht sind oder nicht existieren.

Dieses Thema steht beim ECC-Net und dem EVZ Luxemburg im Februar im Mittelpunkt und wird auch im Rahmen einer Kampagne anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des Netzwerkes auf Social Media behandelt. Die Aktion soll Verbraucher im Laufe des Jahres für 12 wichtige Verbraucherthemen sensibilisieren – jeden Monat ein neues Thema.

Anzeigen und Beweise verschwinden spurlos

Die Kampagne soll ebenfalls Verbrauchern Mut machen, nicht unüberlegt zu handeln und einen Screenshot zu machen, bevor sie auf eine Werbeanzeige in den sozialen Medien klicken. Der Grund dafür ist, dass es schwierig sein kann, die Fallen nachzuverfolgen. Die Anzeigen verschwinden, nachdem der Verbraucher darauf geklickt hat. Dies wiederum bedeutet, dass man die Beweise nicht mehr sichern kann.

„Wenn Verbraucher sich an uns wenden, fehlen oft die Beweise, die auf einen Verstoß hindeuten würden. Dies ist ein Problem. Darauf wollen wir uns mit dieser Kampagne konzentrieren“, sagt Karin Basenach, Direktorin des EVZ Luxemburg.

Soziale Medien sind oft der beste Kanal, um Verbraucher mit Angeboten zu erreichen, die sich als „zu gut, um wahr zu sein“ erweisen.

Verbraucher fallen psychologischen Tricks zum Opfer, die sie dazu veranlassen, impulsiv und unüberlegt zu handeln. In den sozialen Medien sind es oft Gewinnspiele oder kostenlose Probeangebote, die besonders verlockend erscheinen.

„Wenn wir unseren Feed in den sozialen Medien herunterscrollen, sind wir normalerweise in Eile und erledigen zu diesem Zeitpunkt auch andere Sachen. Das bedeutet, dass wir manchmal vergessen, einen Halt zu machen und die uns unterbreiteten Angebote kritisch zu bewerten“, sagt Direktorin Karin Basenach.