Personalstreiks im Sommer 2018: Verbraucher wenden sich an das EVZ Luxemburg und ziehen nach Beratung vor Friedensgericht

Erfolg für Verbraucher: Die irische Fluggesellschaft Ryanair muss in zwei konkreten Fällen eine Entschädigung für annullierte Flüge von bzw. nach Luxemburg zahlen. Im vergangenen Sommer waren hunderte Flüge der Airline wegen der Personalstreiks (Piloten, Kabinenpersonal) in Europa gestrichen worden. Ryanair weigerte sich stets, mit dem Hinweis auf „höhere Gewalt“ die Ausgleichszahlungen an betroffene Passagiere zu zahlen.  Dies obwohl jüngste Entwicklungen in der Rechtsprechung Pilotenstreiks als keinen außergewöhnlichen Umstand beurteilt hatten, woraus die Verpflichtung zur Zahlung von Entschädigungen an Verbraucher entsteht.

Nun haben zwei Kläger in ihrer Angelegenheit Recht bekommen, nachdem außergerichtlich keine Einigung mit Ryanair erzielt werden konnte und das EVZ Luxemburg zur Klage beim Luxemburger Friedensgericht geraten hatte. Durchgeführt wurde das in Luxemburg kostenlose Verfahren für geringfügige Forderungen („small claims“).  Die Kläger haben nun Anspruch auf 250 Euro Entschädigung pro Person gegenüber Ryanair. Die zwei Urteile vom 17. und 18. Januar 2019 sind rechtskräftig.

Karin Basenach, Direktorin vom Europäischen Verbraucherzentrum Luxemburg: “Die Urteile sind nicht nur ein toller Erfolg für Verbraucher, sondern sie zeigen, dass es sich lohnt, als Verbraucher nicht nachzugeben und seine Reche auch gegenüber großen Fluggesellschaften durchzusetzen. Das EVZ Luxemburg bleibt dabei Ansprechpartner.”