BETRUGSFÄLLE

Jahr um Jahr steigt die Zahl der Verbraucher, die einer Betrügerei zum Opfer fallen. Der Einfallsreichtum der Betrüger ist groβ und es ist nicht immer leicht, ihre Fallen zu vermeiden.

Die moderne Kommunikationstechnologie hat den Betrug globalisiert, aber auch der traditionelle Postweg oder Telefonanruf wird weiterhin dazu genutzt, um Sie um Ihr Geld zu bringen. In den meisten Fällen operieren Betrüger unter falschem Namen, um nicht von den nationalen Behörden aufgegriffen zu werden.

Unser Rat:

  • Seien Sie vorsichtig bei anonymen Kontakten und virtuellen Bekanntschaften.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen viel Geld und kostenlose Dienstleistungen versprochen werden.
  • Nehmen Sie sich immer eine Zeit zum Überdenken, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, bevor Sie eine Dienstleistung in Anspruch nehmen oder bevor Sie Geld verschicken.

 

INTERNETDIENSTLEISTUNGEN

Abofalle Routenplaner

Zahlungsaufforderung über 500 €, Drohung mit Inkassobüro und Strafverfolgungsbehörden: E-Mails mit diesem und ähnlichem Inhalt erhalten Verbraucher zurzeit vermehrt von angeblichen Unternehmen wie der Media Work GmbH aus Frankfurt oder der DACH-24 GmbH Internetportale ebenfalls aus Frankfurt. „Firmen“, die nicht im Handelsregister auffindbar sind.

Dabei geht es um die Nutzung eines online-Routenplaners, wie www.maps-routenplaner.info, www.maps-routenplaner.net, oder auch www.maps-navi.info.

Um die Routenplaner nutzen zu können, müssen sich Verbraucher zunächst durch Eingabe ihrer E-Mailadresse und einen Klick auf den Button „Registrieren“ auf der Seite anmelden.

Die vorgenannten „Unternehmen“ sehen bereits in dieser Anmeldung einen kostenpflichtigen Vertragsschluss und schicken den Verbraucher Zahlungsaufforderungen in Höhe von 500 €.

Juristisch gesehen sieht dies indessen anders aus.

Zunächst kann kein Vertrag mit einem Unternehmen geschlossen werden, das nicht existiert. Da die auf den entsprechenden Internetseiten angebenen Firmen nicht existieren, kann bereits deswegen kein wirksamer Vertrag zustande gekommen sein.

Weiterhin müsste, damit ein kostenpflichtiger Vertrag zustande kommen kann, auch klar ersichtlich sein, dass durch den Klick auf den Button ein kostenpflichtiger Vertrag zustande kommt (bspw. indem der Button mit „Jetzt kaufen“ oder „Kostenpflichtig kaufen“ beschriftet ist). Da dies überwiegend nicht der Fall ist, kommt kein kostenpflichtiger Vertrag zustande, sodass auch nicht gezahlt werden muss.

Auch die Hinweise auf die Kostenpflichtigkeit des Service auf der Startseite (versteckt am rechten Rand im Fließtext), genügen nicht.

Sollten auch Sie diese oder ähnliche E-Mails erhalten haben, zahlen Sie nicht, sondern setzen Sie sich mit uns in Verbindung!

 

ONLINE-DOWNLOADS

In den letzten Jahren sind Hunderte von Beschwerden wegen Rechnungen für Online-Downloads beim Europäischen Verbraucherzentrum Luxemburg eingegangen. Auf den ersten Blick scheinen diese Downloads kostenlos zu sein, aber bei der Anmeldung unterschreiben Sie automatisch ein kostenpflichtiges Abonnement. Wenn Sie dieses nicht zahlen, drohen die Online-Unternehmen per Inkassobüro und durch Anwälte. In vielen Fällen sind Jugendliche betroffen.

Eine Firma muss ihre Kunden im Fernabsatzgeschäft ausdrücklich darüber informieren, dass ein kostenpflichtiger Vertrag abgeschlossen wird.

Einige Zeit später erhalten Sie Schreiben von den Unternehmen, von Rechtsanwälten oder Inkassobüros. Aufgrund der enormen Anzahl von Beschwerden haben wir Musterschreiben (Musterschreiben Abofalle, Musterschreiben Abofalle Minderjährige) bereitgestellt. Wir bitten Sie, das auf Ihre Situation zutreffende Musterschreiben auszuwählen. Passen Sie es Ihrer Situation an und übersenden Sie es per E-Mail, ohne Angabe Ihrer Postadresse, an die Sie kontaktierende Stelle.
Unser Tipp: Zahlen Sie auf keinen Fall.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr Informationen zu diesem Thema erhalten möchten.

 

‚SPANISCHE LOTTERIE‘

Wir erhalten regelmäβig Beschwerden von Personen, die von einer Lotteriegesellschaft angeschrieben werden, sie hätten eine groβe Summe Geld gewonnen. Die Namen der Gesellschaften (El Gordo, La Primitiva, Lotterie Bill Gates usw.) und die Länder (Spanien, Niederlande, England), in denen diese weltweit operierende Unternehmen ansässig sind, wechseln regelmäβig.

Die sogenannten Gewinner haben jedoch nie an einer Lotterie dieses Namens teilgenommen. Um den Gewinn zu erhalten, bittet sie das Unternehmen, eine Vorauszahlung zu leisten (in der Regel durch “Western Union”). Diese Anzahlung soll Anwalts-, Bank-, Versicherungskosten usw. decken. Nach Zahlung des Betrags wird der Gewinn natürlich nie ausgezahlt.

Unser Tipp: Wer an keiner Lotterie teilgenommen hat, kann logischerweise auch nicht gewinnen.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr Informationen zu diesem Thema erhalten möchten.

 

‚NIGERIA CONNECTION‘

Per E-Mail, werden Sie von Fremden angeschrieben, die sich als reiche Erben ihres Vaters, Onkels usw. ausgeben. Leider sei die Erbschaft auf ausländischen Konten blockiert. Um an das Geld heranzukommen, benötigen sie Ihre Bankdaten, um die Summe auf Ihr Konto zu überweisen. Hierfür erhielten Sie dann eine stattliche Provision.

Einziges „Hindernis“: Sie müssten vorab für die Freigabekosten des Kontos, auf dem die Erbschaft zurzeit ist,aufkommen. Diese Gebühren können sich auf mehrere tausend Euro belaufen.

Um das zu erreichen, werden Sie mit den unterschiedlichsten Geschichten gelockt: Ein amerikanischer Soldat habe den Schatz eines Diktators gefunden und möchte nun das Land verlassen. Der Sohn eines ermordeten Politikers müsse die Ersparnisse seines Vaters ins Ausland verlagern, eine krebskranke Person bittet um Hilfe usw.

Dieser Betrug findet im großen Stil per E-Mail und Briefpost statt. Betrüger locken ihre Opfer mit groβen Gewinnversprechen, wenn sie ihnen „helfen“.

Unser Tipp: Gehen Sie nicht auf derartige Briefe und E-Mails ein und schicken Sie niemals Geld an Ihnen unbekannte Personen.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie weitere Informationen zu diesem Thema haben möchten.

 

KAUF / VERKAUF VON FAHRZEUGEN

Das Europäische Verbraucherzentrum Luxemburg wird häufig von Verbrauchern kontaktiert, die ihre gebrauchten Fahrzeuge über eine Internetseite zum Verkauf angeboten haben, oder ein gebrauchtes Fahrzeug über eine solche Plattform kaufen wollten.

Kauf:

Das Fahrzeug Ihrer Träume zu einem Spottpreis! Nachdem Sie den Verkäufer kontaktiert haben, schlägt dieser vor, das Fahrzeug an Sie zu verschicken, damit Sie es für einen bestimmten Zeitraum testen können. Sollte Ihnen das Fahrzeug nicht zusagen, könnten Sie es ohne Probleme zurückgeben. Der Transport soll über eine Transportfirma erfolgen. Damit Sie den Transport verfolgen können, schickt der Verkäufer Ihnen Codes zu. Allerdings müssen Sie zuerst die Hälfte des Kaufpreises zahlen. Meistens soll der Geldtransfer durch „Western Union“ durchgeführt werden.

Da es sich um eine gefälschte Internetseite handelt, wird das Fahrzeug nie geliefert und die Anzahlung bleibt für immer verschwunden.

Verkauf:

Sie bieten Ihr Fahrzeug auf einer Internetseite zum Verkauf an. Ein potenzieller Käufer meldet sich bei Ihnen und möchte das Fahrzeug kaufen, ohne es sich genauer angesehen zu haben. Kurze Zeit später erhalten Sie einen Scheck, dessen Wert den vereinbarten Kaufpreis übersteigt und Sie werden gebeten, die Differenz via „Western Union“ zurückzuzahlen. Es stellt sich heraus, dass der Scheck gefälscht ist, aber die von Ihnen gezahlte Differenz wurde bereits von Ihrem Konto abgebucht.

Unser Tipp:

Seien Sie sehr wachsam, wenn Sie Geld durch „Western Union“ verschicken möchten. Das Unternehmen weist selbst darauf hin, dass das Versenden von Bargeld nicht sicher ist und der Absender es nur Personen schicken sollte, denen er vertraut.

 

SPAM

Sollten Sie eine E-Mail-Adresse haben, werden Sie sie sicherlich kennen: Spam-Mails. Spam ist das massive und automatische Versenden unerwünschter E-Mails. Diese E-Mails beinhalten überwiegend Werbungen.

Verwenden Sie keine Zeit darauf, in Kontakt mit dem Absender zu kommen. Meistens ist dessen Adresse falsch. Sie können sich nur dadurch schützen, dass Sie Ihre E-Mail-Adresse nicht allgemein öffentlich machen, z. B. in sogenannten Foren.

 

PHISHING

„Phishing“ ist eine von Betrügern angewandte Methode, um Ihre persönlichen Daten auszuspionieren. In der Regel erhalten Sie eine E-Mail, die den Anschein hat, als käme sie von Ihrer Bank. In der E-Mail befindet sich ein Link zu der Webseite Ihrer Bank.

Wenn Sie diesem Link folgen, werden Sie aufgefordert, ein Formular ausfüllen. Sie werden nach Kontaktdaten, Passwort, Kontonummer, Kreditkartennummer usw. gefragt. Die Seite ist jedoch gefälscht und Sie haben sensible Daten an Betrüger weitergegeben.

Woher weiβ ich, dass die E-Mail gefälscht ist?

Keine Bank wird Sie per E-Mail bitten, Ihre persönlichen Daten zu bestätigen oder zu korrigieren. Sie würden vielmehr auf dem Postweg kontaktiert werden.

Rufen Sie Ihre Bank an, wenn Sie eine E-Mail erhalten, deren Inhalt dem obengenannten gleicht.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr Informationen zu diesem Thema erhalten möchten.

 

GEWERBLICHE ADRESSENVERZEICHNISSE

Sowohl Privatpersonen als auch Händler, Handwerker oder aktive Mitglieder von gemeinnützigen Vereinen werden häufig von unseriösen Unternehmen aus Frankreich, Spanien, der Schweiz oder Deutschland, die mit “kostenlosen” Anzeigen werben, kontaktiert und sogar belästigt.

Diese Unternehmen bieten auf den ersten Blick kostenlose Werbeflächen in Branchenverzeichnissen an.

Wie erkenne ich, ob ein Unternehmen seriös ist?

Das EVZ Luxemburg gibt Ihnen einige Ratschläge, damit Sie sich gegen betrügerische Unternehmen wehren können. Deren Vorgehensweise ist in der Regel immer gleich. Zunächst bietet das betroffene Unternehmen per Post, Fax oder E-Mail, Inserate in Branchenverzeichnissen o. ä. an, die als gedrucktes Werk oder im Internet erscheinen sollen.

Nachdem Sie unterzeichnet haben, erhalten Sie Rechnungen und, wenn der geforderte Betrag nicht bezahlt wurde, aggressive Mahnungen. Nach Ablauf eines Jahres erhalten Sie eine weitere Rechnung für ein Folgejahr, da die Verträge in der Regel für mehrere Jahre geschlossen werden.

Tatsächlich waren Preis und Dauer des Vertrags im Kleingedruckten am unteren Rand der Bestellung versteckt.

Vor der Unterzeichnung

Lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sorgfältig durch. Unterschreiben Sie keinesfalls, wenn Sie Zweifel an der Seriosität des Unternehmens haben.

In der Regel lässt ein seriöses Unternehmen Ihnen Zeit, um über sein Angebot nachzudenken. Es wird Sie auβerdem auf dem Bestellschein klar und deutlich über Preis und Anzahl der Inserate, den Preis ohne Mehrwertsteuer sowie den Mehrwertsteuersatz, den Preis inkl. MwSt., die Firmenkontaktdaten (einschließlich Handelsregisternummer), das Datum und den Ort der Unterzeichnung, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen usw. informieren.

Wenn Sie dennoch einen Bestellschein unterzeichnet haben, und / oder eine Anzahlung getätigt haben, ist es nicht zu spät, zu reagieren. Zahlen Sie nicht mehr,wenn Sie feststellen, dass Sie es mit einem betrügerischen Unternehmen zu tun haben. Es ist nicht wirklich im Interesse solcher Unternehmen, wegen unbezahlter Rechnungen vor Gericht zu ziehen, da sie damit rechnen müssen, dass spätestens dann ihre betrügerischen Aktivitäten aufgedeckt werden.

 

VERSCHIEDENES

Der „Service de Trésor revenue intérieure et Titre“

Ein Verbraucher informierte das EVZ Luxemburg, dass er ein Fax erhalten hat, welches angeblich von einer öffentlichen Stelle namens „Service de Trésor revenue intérieure et Titre“ stammt. Der Empfänger des Schreibens wird aufgefordert, persönliche Angaben sowie Bankdaten anzugeben und das Dokument einschließlich einer Ausweiskopie an eine Faxnummer in Frankreich (+33…) zurückzusenden. Bei dem Schreiben handelt es sich jedoch weder um ein offizielles Dokument, noch stammt es von einer öffentlichen Stelle. Daher empfehlen wir dringend, keine Daten preiszugeben und nicht auf das Schreiben reagieren.

Email this to someonePrint this pageShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on Google+